myAXA Login
Vorsorge

Worauf Frauen bei der Altersvorsorge achten sollten

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen ch.axa.i18.share.google Auf LinkedIn teilen Auf Xing teilen Auf Pinterest teilen Per Email teilen

Frauen sind heute selbstbewusst: Nach einer wohlüberlegten Kinder- und Erziehungsphase nehmen sie meist die Berufstätigkeit wieder auf – häufig als Teilzeitarbeit. Unsere Expertin, Petra Kolb gibt Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie als Frau vorsorgen und absichern. 

Frau Kolb, viele Frauen sind heute zunehmend besser ausgebildet als Männer*. Die Karrieren sehen aber meist unterschiedlich aus. Wie unterscheidet sich der Werdegang von Frauen am häufigsten?

Petra Kolb: Nach wie vor bleiben Frauen mehrheitlich zuhause, wenn das erste Kind kommt. Auch, wenn sie bereits im Beruf erfolgreich waren. Diese Familienzeit wird heute sehr bewusst genossen und bedeutet den meisten Frauen viel. In der Regel steigen sie wieder in den Beruf ein, sobald das Kind etwas grösser ist – zunächst überwiegend in Teilzeit.

Manchmal gibt es Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg. Was sind die Gründe dafür?

Hier ist die andere Seite der Medaille: Bei uns in der Schweiz gibt es zu wenige Tagesschulen, und viele Paare suchen lange nach Betreuungslösungen für ihre Kinder. Dabei entsteht ein Problem für die berufstätige Frau: Je länger sie wartet, umso mehr verändert sich an ihrem Arbeitsplatz. Grund dafür ist nicht zuletzt die technische Entwicklung. Denn die Digitalisierung verändert unsere Jobs ebenso wie das Privatleben. Wer nicht auf dem Laufenden bleibt, hat später vieles aufzuholen, um auf den neusten Stand zu kommen. Ein paar Jahre Unterbrechung können schon eine grosse Hürde für den Wiedereinstieg sein.

Knapp 60% der erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit – das ist die grosse Mehrheit. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus fur die Einzahlungen und Leistungen der Pensionskasse?

In der Kinderphase entstehen oft Einzahlungslücken. Denn in der Zeit, in der die Frau ganz zuhause bleibt, werden keine Beiträge bezahlt. Aber auch nach dem Wiedereinstieg fallen die Beiträge geringer aus. Angenommen, die Frau arbeitet jetzt in Teilzeit, so ist der Lohn niedriger und somit auch die Einzahlungen in die Pensionskasse. Auf diese Weise sammelt sich ein kleineres Altersguthaben an: Die Frau wird später eine kleinere Rente erhalten.

Ein wichtiger Tipp von mir für Frauen, die in Teilzeit wieder einsteigen wollen: Achten Sie darauf, dass der Arbeitgeber den Koordinationsabzug entsprechend dem Beschäftigungsgrad berechnet. Das heisst, dass der Koordinationsabzug nicht wie bei einer Vollzeitanstellung bei CHF 24'675 liegt, sondern beispielsweise bei einer 50%-Stelle entsprechend bei der Hälfte. Dann fällt der versicherte Lohn höher aus. Auf diese Weise haben Sie bei einem niedrigeren Jahreslohn deutlich mehr in die Pensionskasse eingezahlt und Sie sparen besser für das Alter. Die entstandene Einzahlungslücke wird dadurch nicht geschlossen – aber zumindest hilft es, sie nicht zu sehr zu vergrössern. Es lohnt sich in jedem Fall, die Scheu zu überwinden und das Thema bereits beim Einstellungsgespräch anzusprechen.

Der Koordinationsabzug ist ein fixer Beitrag, der vom Jahreslohn abgezogen wird, um den versicherten Lohn zu ermitteln. Nach diesem versicherten Lohn richten sich PK-Beiträge, die Alters-, Kinder-, Hinterbliebenen- und Invalidenrenten.
Teilzeitarbeitende zahlen denselben Koordinationsabzug wie 100% Berufstätige, ausser der Arbeitgeber hat einen reduzierten Koordinationsabzug für Teilzeitarbeitende in seinem Pensionskassenregelement.

Der Koordinationsabzug ist ein fixer Beitrag, der vom Jahreslohn abgezogen wird, um den versicherten Lohn zu ermitteln. Nach diesem versicherten Lohn richten sich PK-Beiträge, die Alters-, Kinder-, Hinterbliebenen- und Invalidenrenten. Teilzeitarbeitende zahlen denselben Koordinationsabzug wie 100% Berufstätige, ausser der Arbeitgeber hat einen reduzierten Koordinationsabzug für Teilzeitarbeitende in seinem Pensionskassenregelement.

Ein Thema, über das viele Paare nicht nachdenken: Wenn die Frau in der Erziehungsphase zuhause bleibt und krankheits- oder unfallbedingt ausfällt, wer betreut das Kind und wie können die Kosten für Haushalts- und Kinderpflege gedeckt werden?

Ja, ein Unfall oder eine Krankheit kann auf vielen Ebenen belastend sein. Oft ist es so, dass der gesunde Partner zusätzlich zu den vielen Sorgen finanziell und auch zeitlich überlastet ist. Es ist sehr beruhigend, wenn auch für solche Notfäll e vorgesorgt ist. Unsicherheitsfaktoren wie Invalidität lassen sich beispielsweise mit einer entsprechenden Rente decken. Es gibt Risikoversicherungen, die auch Kosten für eine Haushaltshilfe übernehmen. Sie sehen, die Absicherungsmodelle sind vielfältig. Sie sollten auf das Einkommen der Partner und auf die individuelle Situation abgestimmt werden. Am besten ist es, sich persönlich beraten zu lassen. Das lohnt sich immer.

In der Kinderphase entstehen oft Einzahlungslücken.

Petra Kolb, Vorsorgeexpertin

Welche Möglichkeiten gibt es, die entstandenen Rentenlücken zu kompensieren?

Nach der Rückkehr in die Berufstätigkeit wird es als wohltuend empfunden, wieder eigenes Geld zu verdienen – die Haushaltskasse kann es sicher gebrauchen und man möchte sich auch mal wieder etwas gönnen. Um die entstandene Lücke zu füllen, ist es jetzt allerdings wichtig, die private Altersvorsorge nicht ausser Acht zu lassen. Dafür sollte insbesondere die steuervergünstigte Säule 3a für Einzahlungen genutzt werden. In die Pensionskasse kann man sich auch zusätzlich einkaufen. Das hat einen steuerlichen Effekt: Oft sind die Verzinsungen in der Pensionskasse noch gut und aktuell sind die Zinsen ohnehin sehr niedrig. Wenn es möglich ist, sollte man natürlich versuchen, auch in der Lebensphase einzuzahlen, in der man nicht berufstätig ist, nur leider darf man die Säule 3a in dieser Zeit nicht nutzen. Die AXA hat dafür eine gute Lösung: Es gibt bei uns ein Modell, bei der die bestehenden Policen der Säule 3a in dieser Phase in 3b umgewandelt werden können und bei Rückkehr in die Berufstätigkeit wieder in die Säule 3a.

*Quellenangaben:

1 Vgl.: von Erlach, Emanuel und Segura, Juan, Bundesamt für Statistik (BFS), 2011, Männer und Frauen an den Schweizer Hochschulen – Indikatoren zu geschlechtsspezifischen Unterschieden, Neuchâtel, S.22

2 Vgl.: Hosp, Janine und De Carli, Luca, Tagesanzeiger 24.10.2017, So stark geht die Schere bei der Matura-Quote auf

  • Teaser Image
    Petra Kolb

    ist Leiterin der Generalagentur Vorsorge und Vermögen in Frauenfeld. Als berufstätige Frau gibt sie wichtige Tipps zum Thema Teilzeitarbeit und erklärt, wie man sich optimal auf die Zukunft vorbereitet.

    Mehr erfahren

Was ist eigentlich der Koordinationsabzug?

Den Koordinationsabzug braucht es, damit das Schweizer 3-Säulen-System funktioniert.
In der ersten Säule (AHV) wird obligatorisch für die gesamte Bevölkerung ein Pflichtversicherungsanteil vom Lohn abgezogen. In der zweiten Säule wird bei der berufstätigen Bevölkerung ein Lohnanteil für die Pensionskasse zurückbehalten.

Damit der versicherte Lohnanteil, der bereits über die erste Säule versichert ist, nicht noch einmal über die zweite Säule versichert werden muss, wird vom Nettojahreseinkommen – unanhängig von dessen Höhe – ein obligatorischer Teil abgezogen. Berechnungsgrundlage für die 2. Säule BVG ist also der Jahresnettolohn minus dem sogenannten Koordinationsabzug, der aktuell (Stand 2017) bei CHF 24'675 liegt. Der verbleibende Nettojahreslohn minus den Koordinationsabzug wird in der Pensionskasse versichert. Mit diesem Versicherungsanteil spart man konkret fürs Alter.

Für Arbeitnehmende, die nicht Vollzeit arbeiten, kann das unter Umständen zu wenig sein. Arbeitet beispielsweise eine Frau nach dem Wiedereinstieg in den Beruf zunächst auf 50% oder weniger, dann ist – nach Koordinationsabzug – der verbleibende Jahreslohn, der in der zweiten Säule versichert wird, sehr gering und reicht nicht für eine gute Pensionsersparnis. Aus diesem Grund empfiehlt Petra Kolb den Arbeitgeber zu bitten, den Koordinationsabzug entsprechend dem Beschäftigungsgrad zu berechnen. Das wäre bei einer 50%-Anstellung nur CHF 12'337.50. So wird ein höherer Anteil des Einkommens in der Pensionskasse versichert – und mehr Geld fürs Alter angespart.

Verwandte Artikel

Wir verwenden Cookies und Analyse Tools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internet-Seite zu verbessern und die Werbung von AXA und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutz