Mobilität

Sparpotenzial versus Überwachungsängste

Bild: Gian Marco Castelberg
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Die Technologie würde im Flottenmanagement Einsparungen ermöglichen, die nicht genutzt werden. Grund dafür sind konservatives Verhalten, Datenschutz und Emotionen. 

«Das Auto ist heute ein fahrender Computer», beschreibt Martin Erb, CEO des Flottenmanagement-Anbieters Alphabet, die Situation, «trotzdem werden die vorhandenen Daten für das Flottenmanagement kaum genutzt.» So werden beispielsweise die gefahrenen Kilometer und der Verbrauch von Fahrzeugen kaum ausgewertet, anders als etwa in der Speditionsbranche, wo Fahr- und Standzeiten, Kilometerleistung und Verbrauch genau dokumentiert werden. Der Grund liege auch darin, dass in vielen Branchen die Produktivität der Mitarbeitenden nicht mit der Bewegung des Autos zusammenhänge. Überdies – so die Erfahrung von Erb – sind die Schweizer KMU eher konservativ, wenn es um die Beschaffung und Bewirtschaftung ihrer Fahrzeugflotte geht. So kauft der Maler seine Fahrzeuge in der Garage, von der er auch einen Auftrag erhält. Oder man kauft Autos von derjenigen Marke, die bei den Kunden als seriös, aber als nicht zu protzig beurteilt wird – selbst wenn die «protzige» Marke wirtschaftlicher wäre.

Meist fehlt es aber an der Transparenz: Unternehmen werten nur einen Teil der tatsächlichen Kosten systematisch aus. «Diese Tatsache macht es schwierig, Unternehmen vom Sparpotenzial eines externen Flottenmanagements zu überzeugen», meint Erb. Gerade in der Kostentransparenz liege aber einer der Vorteile des externen Flottenmanagements. Weitere Punkte sind Einkaufsvorteile und höhere Erlöse beim Gebrauchtwagenverkauf, strukturierte Prozesse und das Schadenmanagement bei Unfällen.

Ein gutes Flottenmanagement stelle alle Stakeholder zufrieden, erläutert Erb. Nicht nur die Nutzer respektive die fahrenden Mitarbeitenden, sondern auch die Controller in der Finanzabteilung. Zufriedenheit ist aber nicht nur in Zahlen wiederzugeben. Auch deshalb würden viele vorhandene Daten nicht ausgewertet und darauf basierend Änderungen vorgenommen. Etwa der Versuch, die Fahrzeugauslastung mit einem Reservierungssystem zu erhöhen. «Die Mitarbeitenden wollen nicht zuerst das Auto reservieren müssen, um es dann beispielsweise mit leerem Tank vorzufinden.» Dass das Auto teilweise Lohnbestandteil ist und auch privat genutzt wird, erschwert die höhere Auslastung respektive das Teilen der Fahrzeuge.

Ebenso werden Daten zum Fahrverhalten oder zum Autozustand nicht ausgewertet, obwohl mit Letzteren Reparaturen vorhergesehen und so die Kosten gesenkt werden könnten. «Bei der Überwachung des Fahrverhaltens könnten Firmen in Konflikt mit dem Datenschutz geraten», gibt Erb zu bedenken. Neben formalen Vorbehalten ist die Akzeptanz solcher Technologie besonders bei Kadermitarbeitenden gering. Und natürlich müsste der CEO mit gutem Beispiel vorangehen und sein eigenes Fahrverhalten auch offenlegen. «Wenn bei der Auswertung der Daten Augenmass und Vernunft walten, würde ich selbst dies begrüssen», meint Erb. «Es geht ja auch nicht darum, Mitarbeitende mit beispielsweise unökonomischer Fahrweise zu bestrafen», präzisiert er. «Man könnte die Daten durchaus positiv nutzen, indem man sparsame Fahrer belohnt.» Oftmals würde zur Verhaltensänderung auch das blosse Wissen ausreichen, dass im Zweifel die Fahrzeugdaten ausgewertet werden könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder einem groben Verstoss gegen Verkehrsregeln. Damit ein Flottenmanager die Daten auswerten kann, müsste dies von den Unternehmen freigegeben werden. Dies tun die Unternehmen gemäss Erb nicht.

Datenauswertungen, um ökonomisches Fahren zu fördern, werden allerdings hinfällig, wenn die Autos in Zukunft selbst fahren können. Dann werde die Grundeinstellung des Autos sowieso «ökonomisches Fahren» sein. Bis es so weit sei, werde es aber noch einige Zeit dauern, meint Erb. Für die Branche wären selbstfahrende Autos eine Umwälzung. Die Finanzierung und Bewirtschaftung der Fahrzeuge würde zwar bestehen bleiben, die Beziehung zwischen dem Kunden und uns würde sich grundlegend verändern», ist Erb überzeugt. «Unsere Kunden sind dann entweder grosse Flottenbetreiber oder, falls wir selbst Betreiber werden, nur noch Fahrgäste.» Spannend wird die Entwicklung bei stark individualisierten Fahrzeugen wie etwa bei Handwerkern, für die das Auto auch Teil der Werkstatt ist.

Flottenmanagement für AXA-Kunden

Seit September testet die AXA ein Flottenmanagement-Angebot für ihre Kunden. Es handelt sich um ein modulares und flexibles Angebot zum Betrieb der Fahrzeugflotte. Je nach Kundenwunsch sind auch die Beschaffung und Finanzierung sowie die Rückgabe und der Verkauf im Angebot enthalten. Die AXA-Kunden profitieren von transparenten Kosten und fixen Abo-Preisen des Angebots. Mit der Auslagerung der Flottenbewirtschaftung werden Ressourcen für das Kerngeschäft frei, gleichzeitig ist die Mobilität permanent sichergestellt.

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